Kunst, Klang und Begegnung : Vernissage mit Niaz Naseri und dem Kolibri-Kunst-Kabinett in der Mohr-Villa

Kunst trotzt dem Sturm – Ein Abend beginnt

Trotz Sturm und Regen draußen fanden am Abend des 23. Oktober rund 60 bis 70 kunstinteressierte Besucher*innen den Weg in die Mohr-Villa München und erlebten dort einen atmosphärisch dichten, inspirierenden Kunstabend, der unter dem Motto „Mit Bildern bewegen“ stand.

Den Auftakt bildete im historischen Gewölbesaal die Eröffnung der Ausstellung „Amphoras“ des afghanischen Künstlers Niaz Naseri, dessen Werk ebenso still wie eindrucksvoll von Erinnerung, Heilung und kultureller Identität erzählt. Begleitet wurde die Vernissage von den einfühlsamen Klavierklängen Peter Gregorians, die dem Raum eine fast meditative Stimmung verliehen.

Zwischen Erinnerung und Resonanz – Begegnungen mit Kunst und Klang

Frau Schwenger, Leiterin der Mohr-Villa
Nach einer Begrüßung durch Frau Schwenger, Leiterin der Mohr-Villa, sprach Niaz Naseri selbst einige bewegende Worte über seine Arbeit und die symbolische Bedeutung der Amphoren in der afghanischen Kultur. Sie stehen für Bewahrung, Geschichte und inneren Reichtum; Themen, die sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen ziehen. Seine großformatigen Gemälde in warmen, erdigen Tönen und kalligrafischen Strukturen entfalten in der besonderen Atmosphäre des Gewölbesaals ihre volle Wirkung: still, kraftvoll und berührend zugleich.

Etwa 40 Minuten später führte Peter Gregorian, nun mit dem Saxophon, die Gäste musikalisch hinüber in das Hauptgebäude, wo die Ausstellung des Kolibri-Kunst-Kabinetts eröffnet wurde. Dort präsentierte Kuratorin Charlotte Kosean eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl von Werken, die sich in mehreren Räumen unterschiedlichen Themen widmen; von Flucht und Migration über Landschaft und Natur bis hin zu existenziellen Fragen unserer Zeit. Ihre Einführung per Beamer wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Kunst verbindet – Ein Abend voller Austausch und Solidarität

Die Präsentation überzeugte durch eine durchdachte Hängung, die den einzelnen Arbeiten Raum zum Atmen ließ. Im anschließenden Austausch wurde lebhaft über die Werke diskutiert, bevor der Abend in eine von Renate Bürner geleitete, heitere Kunstversteigerung überging. Drei der vier angebotenen Bilder fanden rasch neue Besitzer*innen; begleitet von viel Applaus, herzlichem Lachen und angeregten Gesprächen bei einem Glas Wein.

So wurde der Abend nicht nur zu einer Feier der Kunst, sondern auch zu einem Zeichen gelebter Solidarität: Ein erheblicher Teil der Verkaufserlöse kommt der Arbeit der Interkulturellen Stiftung Kolibri zugute, die Geflüchtete und Migrant*innen auf vielfältige Weise unterstützt.
Inmitten von Regen und Wind war dieser Abend in der Mohr-Villa ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Kunst Brücken schlagen, Menschen verbinden und Hoffnung sichtbar machen kann.

Mohr-Villa, Freimann
Noch bis 30.11.2025

Fotos: © Ingrid Scheffler