Politisches Kabarett mit scharfer Zunge
Holger Paetz gehört zu den bekanntesten und talentiertesten Münchner Kabarettisten. Sein kritischer Blick und seine spitze Zunge haben ihm schon viele Auszeichnungen und Preise eingebracht. Am 4. März 2026 war H. Paetz zu Gast bei der Interkulturellen Stiftung Kolibri. Dank seiner Popularität war der Saal im Giesinger Bahnhof schnell ausverkauft.

Es begann geheimnisvoll, Orgelmusik setzte ein, das Licht ging aus und eine dunkle Gestalt betrat die Bühne. Drei Kerzen wurden entzündet.
Im wieder aufflackernden Licht entdeckt man einen hochgewachsenen, finster blickenden Priester in schwarzer Soutane. Kritisch und streng blickte er ins Publikum.
Dann lockerte sich sein Gesicht zu einem freundlichen Lächeln. Erleichtertes Aufatmen ging durch die Zuschauerreihen, Hochwürden Paetz hatte die Obrigkeit im Visier.
Bratwurst, Weltpolitik und bissiger Humor
Wortgewandt mit unzähligen Pointen und Anspielungen begann das Programm. Mit Röntgenblick wurde das vergangene Jahr durchleuchtet, kein Politiker wurde verschont, kein Ereignis ausgelassen. Donald, Fritz, Markus und Dieter hatten viele Anregungen gegeben und wurden zur Freude des Publikums auf die Schippe genommen. Hochwürden Paetz ließ keinen ungeschoren. Der eine wurde wegen seiner kulinarischen Vorlieben aufgezogen, der andere für seine gute Figur bei Amerikabesuchen gelobt, der dritte für seine Handhabung von Geschwindigkeitsbegrenzungen gerügt. Besondere Begeisterung konnte „Pfarrer Paetz“ mit Zitaten wie „Ein Leben ohne Bratwurst ist kein Leben“. oder der Empfehlung besserer Gastgeschenke bei Amerikabesuchen: Brauchen wir denn Helgoland oder die Fraueninsel“? hervorrufen.
Auch der gerade ausgebrochenen Krieg im Nahen Osten wurde nicht ausgelassen: „Schließlich machen wir uns alle Sorgen wegen der steigenden Spritpreise.“
Lachen, Nachdenken und ein gelungener Abend
Nach der Pause wurde auch das Publikum ermahnt, mehr zu arbeiten, weniger zu essen, sich vor Grünen und Veganern besser fernzuhalten, Geduld bei Bahnfahrten zu üben. „Es ja auch schön, wenn man um 11.00 Uhr an den Bahnhof kommt und den Zug von 10.15 erwischen kann?“.
Leider ist es unmöglich die vielen Pointen und Anspielungen wiederzugeben. Ohne die spezielle Intonation und Mimik können die tiefsinnigen Inhalte auch nur partiell verstanden werden.
Dazu muss man Holger Paetz live erleben. Gelegenheit dazu wäre nochmals am Karfreitag im Schlachthof.
Wir von der interkulturellen Stiftung Kolibri danken Herrn Paetz für den wunderbaren Abend, der uns neben erfreulichen finanziellen Zuwendungen auch viele Lacher und eine gute Stimmung gebracht hat.
Charlotte Kosean
Fotos: Haimo Heymann
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