Kolibri Interkulturelle Stiftung fördert Hilfeprojekte für Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten

Die Stiftung Kolibri hilft Geflüchteten sowie Migrantinnen und Migranten bei der Integration und in Notlagen

Spenden für traumatisierte Kinder aus der Ukraine

Ukrainisches Mädchen malt mit KreideBetroffen und entsetzt blicken wir auf den Krieg in der Ukraine. Schon bestehende Krisengebiete und dieser neue Krieg haben weltweit noch nie so viele Menschen zur Flucht gezwungen.

Aufgrund der hohen Zahl von Ankommenden aus der Ukraine hat Refugio München – ein Projekt in der Kolibri-Förderliste – kurzfristig eine zusätzliche Stelle mit einer ukrainisch-sprachigen Psychologin geschaffen. Es konzentriert sich dabei zunächst vor allem auf die Kinder. Je schneller traumatisierten Kindern geholfen werden kann, desto effektiver ist die Hilfe und desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer chronifizierten psychischen Erkrankung.

Speziell werden die Angebote der Kunstwerkstatt (siehe Foto) ausgeweitet, um auch direkt in den Unterkünften und Unterstützungsstrukturen geflüchteten Kindern und jungen Erwachsenen aus der Ukraine einen Ort der Ruhe, des Austauschs und der Verarbeitung zu bieten.

Wir bitten Sie dafür um Unterstützung. Nur mit Hilfe Ihrer Spenden an Kolibri-Interkulturelle Stiftung, IBAN DE13 7002 0500 0008 8136 00 können wir mithelfen, solche Angebote schnell und passend auszuweiten!


Handpuppen für eine vielfältige Gesellschaft

Handpuppen - Diversität

Unterstützung diversitätsbewusster Bildung in Kindertagesstätten

Der Blick fällt sofort auf die wunderschönen und detailreich gestalteten Puppen von Ulrike Gaidosch-Nwankwo. Diverse Handpuppen mit vielfältigem Aussehen: verschiedene Hauttöne, unterschiedliche Augen- und Mundformen sowie Haarfarben und aufwendig gestaltete Puppen-gewänder. So bilden diese Figuren wunderbar die Vielfalt unserer Gesellschaft ab.

Gefertigt wurden die Handpuppen von verschiedenen professionellen Puppenmacherinnen in wertvoller Handarbeit. „Die erste Puppe war diese hier“, sagt Ulrike Gaidosch-Nwankwo und hält dabei einen Puppenjungen mit dem Namen Berkan hoch. „Für mich sollen diese Puppen die normale Vielfalt der Münchner Kinder und ihrer Familien repräsentieren,“ betont die Workshopleiterin und für Migrationspädagogik, während sie die rund 15 verschiedenen Handpuppen liebevoll vor sich ausbreitet. Beim Gespräch mit ihr und Freweini Zerai, Geschäftsführerin des Münchner Verbands Binationaler Familien und Partnerschaften, merkt man sofort, wie sehr beiden die Puppen-Workshops am Herzen liegen.

Gegenseitiges Verständnis und Abbau von Alltagsrassismus durch Rollentausch

Doch die Puppen kommen nicht in erster Linie bei Kindern zum Einsatz, sondern vor allem für die Arbeit mit Erwachsenen. Seit 2016 bietet der Verband Binationaler Familien und Partnerschaften Workshops ie „Interkulturelle Sensibilisierung von Fachkräften und Eltern in Kindertagesstätten“ an. Und in diesen spielen die Handpuppen eine zentrale Rolle. Die Angebote richten sich sowohl an Fachkräfte von Kindertagesstätten (Kitas), als auch an die Eltern von Kita-Kindern.

Begonnen haben die Workshops nach dem viele Geflüchtete 2015 nach Deutschland gekommen waren. Seither haben auch damit verbundene Fragestellungen in Kitas zugenommen, die auf unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen sowie unterschiedliche Wertvorstellungen von Kita-Personal und Eltern beruhen.

Um diese Vorurteile abzubauen und stattdessen gegenseitiges Verständnis zu stärken, kommen in den Workshops die diversen Handpuppen zum Einsatz. Hier nehmen die Kita-Fachkräfte und Eltern mit Zuwanderungsgeschichte über die Handpuppen andere Rollen ein und können spielerisch kritische Alltagssituationen verändern. So wird es im Spiel beispielsweise deutlich nachvollziehbar, wie es ist, wenn man die Sprache des neuen Landes nicht spricht oder mit anderen Werten aufgewachsen ist. Über die Puppen und durch den spielerischen Rollentausch wird es oft einfacher, eine neue Haltung einzunehmen.

Wichtige Rolle von Fachkräften in Kindertagesstätten bei der Integration

Gerade Fachkräften in Kitas kommt eine wichtige Aufgabe bei der erfolgreichen Inklusionsarbeit mit Kindern aus unter-schiedlichen Familien zu, wie Frau Zerai und Frau Gaidosch betonen. Die Idee der Workshops ist es daher, Kita-Fachkräften und Eltern durch das Puppenspiel, aber auch durch andere Methoden in den ganz- oder halbtägigen Workshops einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen.
Darüber hinaus repräsentieren die Handpuppen die verschiedenen Kinder einer KiTa und tragen dazu bei, dass sich alle gleich angesprochen fühlen. Die Handpuppen begleiten die Kinder in ihrer Vielfalt und bieten Kita-Fachkräften, Eltern und Kindern Unterstützung. Durch das Wissen, das in den Workshops vermittelt wird und das bewusstere Reflektieren des eigenen Handelns und Denkens, das daraus folgt, werden Kinder besser vor Alltagsrassimus geschützt.

Und das ist in den Augen von Frau Gaidosch-Nwankwo und Frau Zerai sicherlich der wichtigste Beitrag ihrer Arbeit an diesem Projekt, mit dem sie eine vielfältige, offene und diverse Gesellschaft fördern wollen – und zwar von Klein auf. Die Workshops wollen außerdem dazu ermutigen, Fragen zu stellen. So werden Vorurteile abgebaut, gegenseitiges Verständnis geschaffen und Denkanstöße gegeben.

Große Pläne für die Zukunft

Bis 2019 führte der Verband binationaler Familien und Partnerschaften jährlich bis zu zehn Workshops zu Interkulturelle Sensibilisierung von Fachkräften und Eltern durch. Diese Workshops wurden von Ulrike Gaidosch-Nwankwo und Isabella Riedling, hauptamtliche Mitarbeiterin, Trainerin für interkulturelle Verständigung beim Verband binationaler Familien und Partnerschaften durchgeführt. Auch hier hat Corona die Umsetzung in den letzten zwei Jahren erschwert.

Bereits geplante Workshops mussten mehrfach verschoben und teilweise abgesagt werden. Stattdessen wurde erfolgreich ein digitales Workshop-Programm auf die Beine gestellt. Aber alle Verantwortlichen freuen sich sehr darauf, dass nun endlich wieder mehr Workshops in den Kitas selbst stattfinden können. Und so haben Ulrike Gaidosch-Nwankwo und Freweini Zerai große Pläne für die Zukunft. So gibt es die Vision, die diversen Handpuppen nach den erfolgreich durchgeführten Workshops in den Kitas zu lassen. So könnten Fachkräfte, Eltern und Kinder immer wieder über die Handpuppen ins Gespräch kommen. Außerdem wollen sie weiterführendes Material für das Kita-Personal und die Eltern entwickeln. So könnten die Workshop-Ideen auch im alltäglichen Kita-Leben fachgerecht umgesetzt werden. Darüber hinaus soll das Projekt noch nachhaltiger werden, indem bereits besuchte Kitas wieder eingeladen – und so langfristig begleitet werden.

Kolibri freut sich, dieses wertvolle und besondere Projekt mit Hilfe Ihrer Spenden weiter zu unterstützen und zu begleiten und ist gespannt auf weitere Entwicklungen rund um die diversen Handpuppen.

Autorin: Maria Golling, Kolibri
Fotos: Verband binationaler Familien und Partnerschaften



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