Ein Abend mit Refugio am 15. 10. 2026 im Gemeindesaal der Lutherkirche


Refugio – Hilfe für traumatisierte Geflüchtete seit 1994
Refugio ist eine Organisation, die traumatisierten Geflüchteten, professionelle, psychotherapeutische Hilfe anbietet. Neben psychotherapeutischer Unterstützung gibt es vielfältige Beratungsangebote, z.B. Elternkurse bei schulischen Problemen. Besonders beliebt sind bei Kindern und Jugendlichen die kunsttherapeutischen Workshops in der Kunstwerkstatt.
Die Einrichtung besteht seit 1994: Jährlich können etwa 3000 Hilfesuchende Unterstützung finden. Bedarf wäre aber wesentlich mehr. Deshalb ist es erfreulich, dass neben dem Standort München, in den letzten Jahren Filialen in Augsburg und Landshut entstanden sind.
Herrad Meese, Cornelia von Schelling und Waltraud Volger sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Refugio Förderverein. Sie haben die schmerzhaften Erlebnisse und ihre therapeutische Bearbeitung von sechs Geflüchtete in einem Buch zusammengefasst.
Am 15. Oktober 2026 haben sie dieses Buch in Zusammenarbeit mit Kolibri im Gemeindesaal der Lutherkirche vorgestellt. Dabei wurden zwei besonders tragische Geschichten auszugsweise vorgelesen.
Fatima und Obed – Zwei Schicksale, zwei Wege ins Leben
Fatima aus Sierra Leone hat sowohl im Elternhaus als auch im Bürgerkrieg schlimmste Erfahrungen machen müssen. Sie wurde beschnitten, als vierzehnjährige mit einem wesentlich älteren, brutalen Mann zwangsverheiratet, im Bürgerkrieg verschleppt und zum Kriegsdienst gezwungen. Durch Zufall gelang ihr die Flucht. Über Syrien kam sie nach Deutschland. Aber auch hier musste sie viel ertragen, bevor sie in München einen Therapieplatz bei Refugio bekam. Heute hat sie sich mit ihrer tragischen Geschichte ausgesöhnt und lebt als Altenpflegerin in Bayern.
Obed kam als zwölfjähriger mit seinen Eltern aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie waren eine privilegierte Familie, die sich mit Kritik an der Regierung nicht zurückhielt. Deshalb mussten die Eltern viele Schikanen ertragen, wurden immer wieder verhaftet und gefoltert. Als die Schwester von Obed entführt wurde, entschlossen sie sich zur Flucht. Für Obed kamen schwierige Jahre, geprägt von engen Wohnverhältnissen in den Flüchtlingsunterkünften, ständiger Angst abgeschoben zu werden und permanenten Anfeindungen und Diskriminierungen wegen seiner Hautfarbe. Auch Obed und seinen Eltern konnte bei Refugio geholfen werden. Er ist heute ein gefragter Fußballer.

In einem anschließenden, von Frau Dr. Buerner moderierten Gespräch konnten Fragen gestellt werden. Zusätzlich konnten die Besucher der Veranstaltung viel über die Arbeit von Refugio erfahren.
Große Sorge bereitet den Mitarbeitern die finanzielle Situation. Die politische Stimmung ist im Moment gegen Geflüchtete sehr schlecht, so dass auch der Spendenfluss stark nachgelassen hat. Auch das Innenministerium hat bereits die Zuwendungen gekürzt.
Refugio ist heute verstärkt auf Spenden angewiesen. Wenn die Angebote nicht fortgeführt werden könnten, wäre das für die traumatisierten Geflüchteten aber auch für unser Land katastrophal.
Auch der Erlös des Buches „ Die Schatten der Vergangenheit besiegen“ wird Refugio zugutekommen. Sie können das Buch zum Preis von 22,90 € bei Heike Martin bestellen: heike.martin@refugio-muenchen.de.
Charlotte Kosean
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