Kolibri unterstützt MIKADO von der Initiativgruppe

„Überall auf der Welt gibt es in Familien mal Streit, Auseinandersetzungen und Probleme und dann ist da jemand, der hält das nicht aus und versucht zu versöhnen – davon handeln meine Texte“, erklärt der junge Rapper KAMOJO aus Sierra Leone nach dem MIKADO Schüler*innenkonzert am 12.07. 26 im Saal X vom HP8. Mit begeisternder Bühnenpräsenz tanzt, singt und rappt er, hat die Fähigkeit mit dem Publikum zu kommunizieren und die Stimmung im Saal anzuheizen, indem er andere auf und vor der Bühne zum Mitmachen animiert. Dabei ist KAMOJO erst seit einem ¾ Jahr beim Musikprojekt von MIKADO. Er hat alle seine Lieder auf Madinka oder Englisch selbst geschrieben und die Musik dazu aufgenommen im Tonstudio von MIKADO, das er regelmäßig besucht.
KAMOJO ist einer von zehn Jugendlichen, die bei diesem Konzert vor der Sommerpause mit berichtigtem Stolz präsentieren, wie viel ihnen ihr Musikunterricht bedeutet. Da gibt es diejenigen, die schon seit einigen Jahren dabei sind, und diejenigen, die zum ersten Mal auftreten oder zusammen mit ihrem Lehrer musizieren. Das Repertoire reicht von Cat Stevens, den Beatles, klassischer Musik (Debussy, Mendelssohn-Bartholdy), Filmmusik (Nicholas Britell), Popmusik (Strawberry Guy), Blues (Los Régis) bis zu dem jungen Piano Popmusiker Tony Ann. Die Entscheidung über die Wahl der Stücke erfolgt entweder durch die Jugendlichen oder mit Unterstützung der Lehrkräfte.
Mit großer Bewunderung und Spannung verfolgen die Zuschauer*innen, wie die Jugendlichen die große Bühne in dem riesigen Saal mit ihrer persönlichen Note prägen und auch „Schocksituationen“ meistern wie die, als mitten in der Gesangsdarbietung des Liebesliedes Degmesin Ellerimiz das Mikrofon sein Kabel verliert. Es gelingt Nurgül, während sie unbeirrt weiter singt, Mikrofon und Kabel wieder zu verbinden und der sie begleitende Gitarrenspieler ist so flexibel sich der leichten Verzögerung anzupassen.


Die Erleichterung und Freude den Auftritt gemeistert zu haben entspannt die Gesichter der Jugendlichen und sie genießen es, wenn heftiger Applaus ihren Abgang von der Bühne begleitet. „Es ist wie ein Zauber“, sagt Esen Akmese, die Verantwortliche für die Musikgruppe von Mikado, „wie stark sich die Jugendlichen gegenseitig unterstützen und füreinander da sind, vor und während des Konzertes.“
Da die etwa 40 Schüler*innen von MIKADO bis auf eine Gruppe Einzelunterricht erhalten, sehen sie sich nicht oft, fühlen sich aber trotzdem zugehörig und unternehmen gemeinsame Aktivitäten in der Freizeit. Seit einiger Zeit ist Klavierunterricht besonders beliebt.
Die Gesangslehrerin hat eine Vollzeitstelle in einer Buchhandlung angenommen und deshalb können leider nicht alle Nachfragen erfüllt werden. Aber es gibt neben Klavier und Gitarre auch Baglama, Saz, Geige, Oud, Schlagzeug, das Tonstudio und seit Neuestem sogar ein Hackbrett und eine Trompete. Einige der Instrumente können auch ausgeliehen werden und MIKADO freut sich, wenn die Neugier auf das Selbermachen von Musik weitere Jugendliche erfasst. (Kontakt: Esen Akmese e.akmese@initiativgruppe.de 017656750691)
Fotos: Eva Nies
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