Tätigkeitsbericht 2018

für die Interkulturelle Stiftung Kolibri, München

Kolibri setzte seine im Gründungsjahr 1999 begonnene Arbeit im Jahre 2018 wie folgt fort:

  1. Es fanden drei gemeinsame Sitzungen von Vorstand und Stiftungsrat statt.
    Daneben gab es weitere vier Sitzungen des Vorstandes bzw. einzelner Mitglieder des Vorstandes mit Vertretern der Vereine, um gemeinsame Projekte, die intensivere Kommunikation und Zusammenarbeit sowie die Werbemöglichkeiten für Spenden, Zustiftungen und Treuhandstiftungen zu besprechen. Es wurden Diskussionen geführt über zu fördernde Projekte, die Qualität der Projektanträge, die Perspektiven weiterer  Fördermöglichkeiten für die vier Gründungsvereine sowie die Verbesserung der Darstellung der geförderten Projekte für die  Spender und Zustifter.
  2.  Es gab weitere drei Treffen, sogenannte „Aktiventreffen“ unter Teilnahme einzelner Mitglieder des Vorstandes bzw. des Stiftungsrates sowie von Mitgliedern aus dem Förderverein Kolibri e.V. bzw. den Gründervereinen, insbes. zum gegenseitigen Austausch über Veranstaltungen der Stiftung und Projekte in den Vereinen.
  3. Bei Kolibri arbeiten alle ehrenamtlich mit. So auch das „Veranstaltungsteam“, bestehend aus Funktionsträgern von Kolibri, Spendern und Sympathisanten, setzte auch im Jahre 2018 seine Arbeit fort. Das Team kümmert sich um die Vorbereitung und Organisation von  Veranstaltungen, deren Eintrittsgelder und Spenden Kolibri zu Gute kommen sollen. Im Jahre 2018 gab es viele Vorbereitungstreffen mit  jeweils ca. 8 – 14 Teilnehmern aus dem oben beschriebenen Personenkreis.Bei den folgenden Benefizevents für Kolibri in 2018 war der Veranstalter entweder die Stiftung oder der Kolibri-Förderverein oder ein  Kooperationspartner unter Mitwirkung der Ehrenamtlichen von Kolibri:

    09.03.2018 Benefizkonzert Neue Philharmonie, Herkulessaal, München

    18.04.2018 Dinner zugunsten von Kolibri mit Sternekoch Daniel DeVita, Eataly, München

    30.09.2018 Benefizkonzert Münchener Kammerorchester und Puchheimer Jugendkammerorchester, Erlöserkirche, München

    19.10.2018 Benefiz-Konzert mit Syrischem Friedenschor und Lesung mit Faisal Hamdo, Nazareth-Kirche, München

    28.10.2018 „Auch Veganer verwelken“, kabarettistischer Abend mit Holger Paetz, Kulturhaus Milbertshofen, München

    11.11.2018 – 04.12.2018 Never Again – Mohnblumen auf demcKönigsplatz für den Frieden, Königsplatz, München

    25.11.2018 “The Armed Man”, Maria-Ward-Chor, Himmelfahrtskirche, München

    06.12.2018 Benefiz Jazzkonzert mit Jenny Evans, Gräfelfing

    Darüber hinaus gab es zahlreiche sonstige Aktivitäten einzelnerMitglieder des Vorstandes bzw. des Stiftungsrates zur Erweiterung des Spender- und Stifterkreises, durch Auftritte und Vorstellung von Kolibri bei Konzerten, Veranstaltungen, Geburtstagsfeiern etc.

  4. Mohnblumen-Projekt „Never Again“, Königsplatz München
    Besondere Aufmerksamkeit hat die Stiftung Kolibri im Berichtsjahr im  Zusammenhang mit dem Mohnblumen-Projekt, initiiert von Dr. Walter Kuhn, auf dem Königsplatz erhalten. Nach einer sehr gut besuchten  Auftaktveranstaltung am 11.11.2018 auf dem Königsplatz mit renommierten Rednern und musikalischer Untermahlung fand das Projekt in den nächsten drei Wochen große mediale Aufmerksamkeit über  Münchens Grenzen hinaus. Kolibri hat mit seinen ehrenamtlichen Helfern den Künstler Dr. Walter Kuhn unterstützt und den Königsplatz in eine überdimensionale Mohnblumen-Wiese verwandelt, die während  der Projektzeit an die tragischen und sinnlosen menschlichen Verluste während des ersten Weltkrieges 1914-1918 erinnerten. In einer „Blackbox“ standen während der Aktion weitere Texte und Videos von   Schülern der Anita-Augspurg Berufsoberschule für die interessierten Besucher zur Verfügung.
  5. Der Newsletter im Internet erscheint weiterhin alle zwei Monate und wird zudem per e-mail an ca. 900 Interessenten verschickt. Im  Newsletter und auf der Kolibri Website wird über die jeweiligen Aktivitäten   von Kolibri berichtet, aber auch über sonstige in den Tätigkeitsbereich der Stiftung fallende Aktivitäten und Ereignisse wie Vorträge, Veranstaltungen, Jahrestage, interessante Aufsätze und Neuerscheinungen in   Zeitungen und Büchern etc. Der Arbeitskreis Kunst hat ein Konzept für Online-Kunstauktionen entwickelt und auf der eigenen Internet-Seite „Kolibri-Kunst-Kabinett.de“ publiziert.
  6. Der Kolibri-Salon bei Helga Beck wurde letztmalig 2018 im Privathaus der Familie Beck veranstaltet, am 30.1.2018 mit dem Vortrag von Prof. Dr. Andreas Burmester: „Der Kampf um die Kunst. Max Doerner und sein Reichsinstitut für Maltechnik“. Der Salon war – wie die  Salons in den Jahren zuvor – sehr gut besucht mit ca. 80 Personen aus dem Bekannten- und Freundeskreis der Familie Beck und Aktivisten von Kolibri. Aus dem Kreis der Gäste des Salons erhielt Kolibri auch bei seiner erstmals letzten Veranstaltung Spenden. Der Salon soll auch zukünftig Fortsetzung in anderen Räumlichkeiten finden. Das Ziel des Salons war  und ist, auf die Aktivitäten von Kolibri aufmerksam zu machen und andererseits die eingeladenen Personen zu Spenden, Zustiftungen oder eigener aktiven Mitarbeit bei Kolibri zu bewegen.
  7. Kolibri förderte im Berichtsjahr 2018 seine Gründungsvereine mit insgesamt 48.067,55 Euro.
    Konkret z.B. folgende Projekte:
    a) Förderung Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V. (iaf) von Maßnahmen zur Stärkung der Erziehungskompetenz ausländischer Eltern u.a.:
    – Interkulturelle Familiengruppe bei Trennung und Scheidung
    – Interkulturelle Sensibilisierung von Eltern und Fachkräften in  KindertagesstättenZwei Wochenendseminare inkl Nachtreffen (Tagesseminar) für  spanischsprechende bikulturelle Familien „Mehrsprachige und interkulturelle Erziehung“ und „Liebevoll Grenzen setzen als Herausforderung in der interkulturellen Familie“
    b) Förderung Refugio München, Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer (Refugio) – Zuschuss zu „Eltern aktiv” –  muttersprachliche Elternseminarec) Förderung InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. (IG), u.a.:XchangeMuc – Gesellschaftliche Entwicklung miteinander und durch einander

    Hausaufgabenhilfe für Schüler*innen in der Grundschule an der Weißenseestraße

    Ausstellung#Bleibistan: Austausch mit einer Berliner Künstler-Gruppe

    „We-Refugees“ – integratives Projekt mit jugendlichen Geflüchteten:
    Der Name ist inspiriert von Hannah Arendts Essay “We Refugees”. Ziel des Projektes ist zuerst die mentale, freundschaftliche  Unterstützung von Geflüchteten, denen mit der Fotografie ein Ausdrucksmittel ihrer  Sorgen, Wünschen, ihres Alltagsleben an die Hand gegeben wird. Wichtig ist es, in Zeiten denen immer „Flüchtlingsmassen“ durch die Medien geistern, eine andere Seite zu zeigen – die persönlichen Erfahrungen  der Geflüchteten selbst.
    Geflüchtete haben hier ein individuelles Gesicht und eine eigene Stimme. Zielgruppe sind junge Geflüchtete. Mit „We Refugees“ erweitert sich die Zielgruppe auf alle mit Fluchterfahrung. Via Instagram-Hashtag #werefugees können sie am Dialog teilnehmen. Die IG-Teilnehmer dokumentieren mit ihren Handys ihr Alltagsleben. Noch viel mehr formulieren sie ihre Gefühle, Zunkunftsträume, Wünsche und Hoffnung auf  eine friedfertige Zukunft in poetischen Bildern. Veranstaltet werden gemeinsame Foto-Workshops, Stadtspaziergänge, Museumsbesuche und Ausflüge.

    Jobbegleiter:
    Das Projekt dient der beruflichen Integration insbesondere von Flüchtlingen über 25 Jahre mit guter Bleibeperspektive. Die Jobbegleiter*innen unterstützen die Teilnehmer*innen auf ihrem Weg in Arbeit oder  Ausbildung und begleiten sie während der ersten Zeit nach der Arbeitsaufnahme. Im Rahmen von individuellen Beratungen wird die persönliche Situation eines jeden Teilnehmers berücksichtigt. Mit dem Ziel einer langfristigen Integration in den deutschen Arbeitsmarkt Beratung bei familien-, lern- und berufsbezogenen Themen und Orientierung bei migrationsspezifischen persönlichen und beruflichen   Schwierigkeiten.
    Zunächst werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Teilnehmer*innen herausgearbeitet, um im Anschluss daran gemeinsam ein realistisches Berufsbild zu formulieren. Dies enthält auch ein gezieltes   Bewerbungstraining sowie eine Vorbereitung auf den Auswahlprozess. Bei der anschließenden Stellensuche stützen sich das Projekt auf sein tragfähiges Netzwerk aus Betrieben und Akteur*innen der Flüchtlingsarbeit. Je nach individueller Lernbiographie Vermittlung auch in Qualifizierungsangebote und Sprachkurse. Basierend auf dem Empowerment-Ansatz werden den Teilnehmer*innen relevante  Werkzeuge an die Hand gegeben, damit sie selbständig die Herausforderungen bei der Arbeitssuche und schließlich im Arbeitsleben meistern können.

    Darüberhinaus kam den vier Gründungsvereinen noch weitere Förderbeträge in Form von zweckgebundenen Spenden zugute. Diese kleineren Beträge wurden zweckbestimmt weitergeleitet. /

München, den 7, März 2019,
Dr. Marietta Birner, 1. Vorsitzende
Ursula Haas, 2. Vorsitzende/