Kolibri - interkulturelle Stiftung

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Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer

 Traumatisierte Menschen haben in einer existenziell bedrohlichen Situation erlebt, dass sie vollkommen  macht- und hilflos sind. Diese Erfahrung legt sich wie ein Schleier auf ihr zukünftiges Leben:
Ihre Fähigkeit zu lernen, zu arbeiten und zu lieben oft erheblich eingeschränkt.

Unter den Flüchtlingen gilt jeder zweite als traumatisiert. Viele wurden jahrelang bedroht und schikaniert, aus ihren Häusern vertrieben und mussten mitansehen, wie andere Menschen gequält und getötet wurden. Viele wurden selbst gefoltert und vergewaltigt.

Spezielle Therapieformen können helfen dieses Entsetzen zu verarbeiten. Weil die meisten Flüchtlinge von der gesetzlichen Krankenversicherung  ausgeschlossen sind, haben sie nur selten Zugang zu psychotherapeutischen Behandlung.

Hier eröffnet REFUGIO einen Ausweg. Als Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer bieten
wir therapeutische Hilfen kostenfrei an. Unser besonderes Augenmerk gilt Flüchtlingskindern und jungen Flüchtlingen, die allein nach Deutschland einreisen. Sie befinden sich noch in der Entwicklung und erleben Gewalt, Zerstörung, Tod und den Verlust von nahen Menschen intensiver und bedrohlicher als erwachsene Menschen. - Eine Erfahrung, die auch Menschen hierzulande kennen, die im zweiten Weltkrieg Kinder waren.

REFUGIO unterstützt traumatisierte Flüchtlinge durch:

Psychotherapie (Hier arbeiten wir mit Dometschern und berücksichtigen interkulturelle Aspekte)

Kunstpädagogische und –therapeutische Hilfen für Kinder (sowohl einzeln als auch Gruppen)

Muttersprachliche Elterntrainings (Unterstützung von traumatisierten Eltern bei der Erziehung ihrer ebenfalls häufig traumatisierten Kinder)

Sozial- und Migrationsberatung (Begleitung und Entlastung im Asylverfahren, Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche, Vermittlung in Sprachkurse)


 REFUGIO gibt es seit 1994. Heute betreuen und behandeln wir jährlich 1.600 Flüchtlinge, darunter rund 600 Kinder
und Jugendliche.

Organisationsdaten

Trägerverein IfF-Refugio München e.V.
Adresse REFUGIO München, Rosenheimerstr. 38, 81669 München
Ansprechpartner

Geschäftsführung:
Jürgen Soyer, 089/982957-15, juergen.soyer(at)refugio-muenchen.de

Anzahl Klienten Jährlich  1.600, davon etwa 600 Flüchtlingskinder
Anzahl Mitarbeiter 18 Festangestellte
90 Freie Mitarbeiter
Professionen Mitarbeiter: Psychotherapeuten, Kinder-,  Jugend- und Kunsttherapeuten, Dipl. Sozialpädagogen, Dolmetscher, muttersprachliche Elterntrainer, Ärzte
Freistellungsbescheid 23. Februar 2011
Vereinsregister – Nr. VR 11646
Gründungsjahr 1994
Haushalt 1,8 Mio. Euro p.a. (2010)
Rund ein Drittel der Mittel kommen von der Stadt München. Zwei Drittel der Mittel sind nicht gesichert, sondern müssen immer wieder neu erbeten werden, z.B. vom Europäischen Flüchtlingsfonds, von Stiftungen und Privatspendern.


Kunsttherapie als sicherer Ort

Viele Flüchtlingskinder sind nach traumatischen Erfahrungen von Krieg und Flucht zutiefst verstört. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einen sicheren Ort. So auch Nurain aus Afghanistan. Er ist eines von 600 Kindern, die bei REFUGIO jährlich eine kunsttherapeutische Hilfe erhalten. Er malt sich selbst ganz klein auf einem Dach liegend neben einer Deutschlandfahne und unter einem übergroßen Apfelbaum. Seine Hoffnungen beschreibt er so: “Ich wünsche mir ein Haus und einen Apfelbaum, und die Feinde können nicht hinein. Ich will in Deutschland bleiben, wo es sicher ist.“gemaltes Bild von Nurain

Nurains Vater wurde als Reporter in Afghanistan mehrmals von Taliban Kämpfern angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Nach mehreren Versuchen gelang der Familie endlich die Flucht nach Deutschland. Nurains Therapie wurde durch jährliche Spenden in Höhe von 1.480 Euro ermöglicht.

Kunsttherapie mit Kindern
Über traumatische Erfahrungen zu sprechen ist anfangs oft unmöglich. Zudem können die Kinder kaum Deutsch. Deshalb wählen wir die Kunsttherapie: Wenn Kinder kneten, basteln, malen, hämmern oder sprayen, drücken sie aus, was sie bewegt, und was sie erlebt haben. Hier knüpft die Kunsttherapeutin an. Sie entschlüsselt gemeinsam mit den Kindern ihre Bilder. Ziel ist, dass sie ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten, eigenen Stärken wieder entdecken und zurück erobern.



Was viele nicht wissen:
Asylbewerber leben bis zu fünf Jahre und länger auf engstem Raum in Gemeinschaftsunterkünften. Die Leistungen zum Lebensunterhalt für Asylbewerber liegen rund ein Drittel unter dem Hartz IV–Satz.
In Bayern wird das Geld für Lebensunterhalt nicht bar ausbezahlt, sondern die Flüchtlinge bekommen wöchentlich Lebensmittelpakete. Pro Monat erhalten Erwachsene zusätzlich 40 Euro und Kinder 20 Euro Taschengeld.
Asylbewerber sind nicht in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Sie erhalten nur in lebensbedrohlichen und akuten Erkrankungen eine ärztliche Versorgung. Eine psychotherapeutische Behandlung ist nur selten möglich.

 

Fotos: REFUGIO

 

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