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Traumatisierter Flüchtling aus dem Irak
bei Refugio in Behandlung

Grafitty an der Bayernkaserne München
Foto: Eleonore Peters
; Street-Art an der Mauer der Bayernkaserne, gemalt von
Flüchtingen und Besuchern beim Straßenfest der Mohr-Villa am 17. Mai 2015
(www.mohr-villa.de)

Amar, ein 30 Jahre alter Jeside aus dem Irak leidet unter einer schweren Posttraumatischen Belastungsstörung. Nun hat er Hilfe bei Refugio gefunden und wird therapiert.

Jeziden werden im Irak brutal verfolgt, ganze Dörfer wurden von Terroristen ausgelöscht. Um gegen die Unterdrückung zu kämpfen, wollten sich Amar und Verwandte sowie Freunde vor fünf Jahren zum freiwilligen Wehrdienst anmelden.

Während des langen Wartens in der Schlange vor der Anmeldestelle ging Amar kurz auf die andere Straßenseite, um etwas zum Trinken zu besorgen. Genau in diesem Augenblick explodierte vor der Meldestelle eine Bombe, bei dem seine acht Begleiter zerfetzt wurden. Zwei starben in seinen Armen.

Die Bilder der entsetzlich verstümmelten Körper seiner engsten Verwandten und Freunde wurde er nicht mehr los. Er konnte nicht mehr schlafen, weinte häufig und wurde von Schuldgefühlen geplagt, weil er durch einen Zufall überlebt hat.

Weil Überfälle und Bombenangriffe in Amars Heimat an der Tagesordnung sind, riet ihm der besorgte Vater zur Flucht nach Europa. Und so kam Amar 2010 nach Deutschland, wo er seitdem in einer Unterkunft in der Nähe von München lebt.

Amars Asylantrag wurde zweimal abgelehnt. Doch im Frühjahr 2015 erhielt er eine Anerkennung nach der Genfer Flüchtlingskonvention wegen der lebensbedrohlichen Verfolgung der Jeziden in seiner Heimatregion durch den Islamischen Staat IS.

Aber auch in Deutschland litt Amar weiter unter Schlafstörungen, Albträumen und Angstzuständen. Er hatte große Erinnerungs- und Konzentrationsstörungen und wurde schnell aggressiv. Immer wieder sah er die Toten vor sich und ihm schien, als klebe noch ihr Blut an seinen Händen.

Arztbesuche und verordnete Medikamente halfen nicht, Amars Zustand blieb dramatisch.

Schließlich meldete ein Freund ihn bei Refugio, dem Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer an, und vor einigen Monaten konnte die Therapie beginnen. Dabei wurde bei Amar die Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert.

Die Therapie zeigt bereits heute - nach wenigen Monaten - eine deutliche Verbesserung von Amars Zustand, so dass er sogar in zwei Jobs tätig sein kann; nachts in einem Pizzaservice, tagsüber in der Gastronomie. Durch seine Arbeit kann er außerdem sein Deutsch verbessern.

Amars größter Wunsch ist jetzt nur noch, in einer eigenen kleinen Wohnung leben zu können.

Viele Menschen mit schweren Verfolgungsschicksalen sind bei Refugio in Therapie. Ihre Spende hilft, Therapien für Menschen in großer körperlicher und psychischer Not finanzieren zu können. Damit Flüchtlinge eines Tages wieder ein einigermaßen normales Leben führen können - in Frieden und Sicherheit.


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