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Pressemitteilung
Und plötzlich bin ich nicht mehr deutsch (15.März 2013)
Die ersten jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund sind
aufgrund der Optionspflichtregelung von dem Verlust der deutschen
Staatsangehörigkeit betroffen. Die Regelung erfordert dringend eine
Überarbeitung. Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften
spricht sich grundsätzlich für eine Mehrstaatigkeit auch bei
Einbürgerungen aus und für ein uneingeschränktes Recht auf
Staatsangehörigkeit der in Deutschland geborenen Kinder (ius soli).
Am 13. März 2013 haben sich Sachverständige im Innenausschuss des
Bundestags mit der Optionspflicht auseinandergesetzt. Diese regelt, dass
Kinder, die zwar in Deutschland geboren wurden, aber eine zweite
Staatsangehörigkeit der Eltern haben, sich mit der Volljährigkeit für nur
eine Staatsangehörigkeit entscheiden müssen.
Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften erlebt die
Schicksale hinter den anonymen Zahlen von Betroffenen und die damit
verbundenen persönlichen Dilemmata. Jugendliche, die sich bisher sowohl
als Deutsch als auch beispielsweise Türkisch gefühlt und gelebt haben,
müssen nach vielen Jahren Identitätsbildung nun einen Teil ihrer
Persönlichkeit verneinen. Dies ist ein bürokratischer Akt, der der
Lebensrealität einer vielfältigen Gesellschaft konträr entgegensteht. Was
Klarheit und eindeutige Zugehörigkeit dokumentierensoll, ist im
tatsächlichen Alltag eine irritierende, exklusive Entscheidung, die einer
gelungenen Integration zuwider läuft. „Jugendlichemit mehrfacher
Staatsangehörigkeit fühlen sich nicht verbundener mit einem Land, wenn
sie die andere Staatsangehörigkeit unter Zwang abgeben müssen. Wir
raten dringend, den in Deutschland geborenen Kindern ausländischer
Eltern mit der Geburt dauerhaft die deutsche Staatsangehörigkeit zu
belassen“, betont Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin
des Verbandes.Insgesamt leben in Deutschland bereits heute etwa 5
Millionen Menschen mit zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten -
darunter auch ein ehemaliger Ministerpräsident -, ohne das es hierdurch zu
nennenswerten Problemen kommt. Diese Zahl wird unabhängig von der
Reform des Staatsangehörigkeitsrechtes weiter steigen: Denn bei über
der Hälfte aller Einbürgerungen wird Mehrstaatigkeit inzwischen
hingenommen und jährlich werden in binationalen Familien mit einem
deutschen Elternteil ca.80.000 Kinder geboren. Diese Kinder erwerben mit
der Geburt neben der ausländischen dauerhaft auch die deutsche
Staatsangehörigkeit. Vor diesem Hintergrund muss die Mehrstaatigkeit bei
Einbürgerungen möglich werden und in Deutschland geborenen und
aufgewachsenen Kindern ausländischer Eltern eine Entscheidung zwischen
der deutschen und der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern nicht weiter
abverlangt werden. „Diese Regelung ist undurchsichtig und für ein
wirklich erfolgreiches Zusammenleben und das Nutzen von den Ressourcen der
Migrant/innen in Deutschland kontraproduktiv. Hier sollte zeitnah eine
Veränderung der Regelung zugunsten von mehrfachen Staatsangehörigkeiten
geschehen“, so Stöcker-Zafari abschließend. „Für einen Dialog stehen wir
jederzeit den Entscheidern zur Verfügung und teilen gerne unsere Expertise
und Einblicke in die Lebenswirklichkeiten von Menschen mit mehrfachen
kulturellen oder nationalen Zugehörigkeiten.“
Ihr Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen: Hiltrud Stöcker-Zafari,
Bundesgeschäftsführerin,Tel.: 069 / 713756 -12,
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
 

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