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REFUGIO unterstützt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

 

Im April 2012 konnte REFUGIO München ein Unterstützungsprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge starten.

In den letzten Jahren sind sowohl die Zahlen der neu ankommenden jugendlichen Flüchtlinge stark gestiegen, als auch die Zahl der Anmeldungen dieser Gruppe bei REFUGIO.

Nur unter 16-Jährige konnten sofort zum Erstgespräch eingeladen und in die Beratung oder Therapie aufgenommen werden. Wer über 16 Jahre war, musste mit langen Wartezeiten bis zu einem Jahr rechnen. Dies war für die belasteten Jugendlichen schwer zu ertragen.

REFUGIO konnte nun die Hilfe ausweiten. Aktion Mensch fördert über drei Jahre die Ambulanz für unbegleitete Minderjährige mit einer Kinder- und Jugendtherapeutin, einer Sozialpädagogin und Honorarkräften zu 53%. Die restlichen Mittel kommen über weitere Stiftungen und Spenden.

Die Jugendlichen werden möglichst kurz nach der Anmeldung zu einem Diagnosegespräch, meist mit Dolmetscher, eingeladen, um den Unterstützungsbedarf abzuklären. Sie bekommen psychologische und soziale Beratung und können an psychosozialen Gruppen und an Klettergruppen teilnehmen. Ziel ist eine psychische Stabilisierung. Auch die BetreuerInnen werden bei Bedarf beraten.

Für manche Jugendliche reicht dieses Angebot nicht aus. Sie brauchen eine langfristige Therapie. Hierfür finanziert die Stadt München nun auch einen Psychotherapeuten.

 

Seit Projektbeginn wurden 72 Erstgespräche durchgeführt. Davon kamen 53 in längerfristige Betreuung, Gruppenangebote oder Therapie. Zur Zeit werden insgesamt 172 unbegleitete Minderjährige betreut.

Die Jugendlichen kommen fast alle aus aktuellen Krisengebieten wie Afghanistan und Somalia. Sie haben oft dramatische lebensbedrohliche Fluchtwege hinter sich.

Jugendliche, die wir betreuen, wurden in der Heimat gefoltert, entführt, mussten kämpfen, haben die Tötung von Angehörigen und Nachbarn erlebt, mussten sich verstecken, um zu überleben. Auch auf der Flucht wurden sie misshandelt, überlebten Überfälle und Überfahrten in untauglichen Booten. In Griechenland hausten manche in gefängnisähnlichen Lagern ohne ausreichend Nahrung und Hygiene, in Italien mussten manche auf der Strasse leben.

 

Vielen leiden unter den Folgen der traumatischen Erfahrungen.

Die häufigsten psychischen Belastungen sind wiederkehrende heftige Erinnerungen, Albträume, Dissoziationen, Konzentrations-und Erinnerungsstörungen, Panikattacken, Ängste, Schlafstörungen, Vermeidungsverhalten, Übererregung, Selbstverletzungen, Suizidalität, Depression, begleitet von körperlichen Symptomen.

 

Wichtig ist für die Minderjährigen, dass sie nach der Ankunft in einer jugendgerechten

Einrichtung untergebracht werden und sofort abgeklärt wird, welche Unterstützung oder Behandlung sie brauchen. Ebenso müssen sie Deutsch lernen und eine Schulausbildung machen können.

Die langjährigen Erfahrungen zeigen uns, dass auch Jugendliche mit großen psychischen Belastungen sich sehr bald stabilisieren und gut integrieren können, wenn sie die entsprechende Unterstützung bekommen.

 

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Mit Philipp Zölls, Historiker, und Mathias Weinzierl, Bayr. Flüchtlingsrat
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