Kolibri - interkulturelle Stiftung

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Rassistisch? Ich doch nicht! Oder doch?

In unserer Gesellschaft gilt offener Rassismus als tabu. Deshalb ist es schwierig, Zurückweisungen aufgrund von Hautfarbe oder zugeschriebener 'kultureller' Eigenschaften als Rassismus zu erkennen und beim Namen zu nennen. Rassistische Diskriminierung findet aber täglich statt: Das Aussehen von Menschen wird als Begründung dafür herangezogen, dass sie im Alltag ununterbrochen zu "anderen" gemacht werden.

Fußballspieler werden auf dem Platz durch Buh-Rufe und Affenlaute angefeindet. Plötzlich zählt das Aussehen des Spielers mehr als seine Leistung. Nicht immer ist es den Menschen bewusst, dass sie offen rassistisch wirken. Rassistische Akte sind auch nicht unbedingt ein Zeichen von rechtsextremer Gesinnung, sondern können auch ein Ausdruck verinnerlichter Vorurteile sein. Und wie schon Albert Einstein sagte: „Es ist schwieriger, ein Vorurteil zu zerstören, als ein Atom.“ Und warum wird ein Angriff auf einen Schwarzen Deutschen von Behörden wie von Medien als „fremdenfeindlicher Angriff“ bezeichnet?

Menschen mit dem „falschen“ Aussehen haben Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, ihnen wird der Eintritt zu Nachtclubs, sie werden von der Polizei häufig kontrolliert, nicht zuletzt aufgrund der Hautfarbe.

Rassismus am Arbeitsplatz hat viele Gesichter. Oftmals findet er versteckt statt und ist für die Betroffenen schwer zu beweisen. So wird etwa ein Bewerber wird nicht eingestellt, einer bekommt weniger Geld bei gleicher Qualifizierung, viele müssen sich rassistische Witze von Kollegen anhören.

In der Schule hören Kinder mit dunkler Haut Fragen wie „Du kannst aber gut Deutsch“, „Woher kommst Du?“ und fühlen sich dabei ausgegrenzt.

Der Autor und Soziologe Mutlu Ergün reagiert mit Humor. Seine Antwort auf die Frage: „Woher kommst Du?“ heißt „Aus Mama“, zu sehen hier: https://www.youtube.com/watch?v=rFYIu4WYJ7A

Sueddeutsche.de hat mehreren „Phrasen der Intoleranz“ nachgeforscht:
www.sueddeutsche.de/politik/neue-runde-von-die-recherche-wie-tolerant-ist-deutschland-1.2140474

und beschäftigt sich weiter mit dem Thema:
http://www.sueddeutsche.de/thema/Alltagsrassismus

Die Schwarze Künstlerin und Aktivistin Noah Sow, in Bayern geboren und aufgewachsen, hat in ihrem Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ mit viel Humor den Alltagsrassismus in Deutschland entlarvt. Sie erklärt etwa, warum selbst UNICEF-Werbung sich rassistischer Klischees bedient und sorgt für viele erkenntnisfördernde Stolpersteine. Das Buch ist im Goldmann-Verlag erschienen.

Noah Sow ist auch Mitbegründerin des Vereins „Der braune Mob“: http://blog.derbraunemob.info/

Viele Prominente und Nicht-Prominente setzen sich gegen Rassismus ein und es gibt zahlreiche Organisationen, die über Rassismus aufklären. Hier nur einige Beispiele:

Der Verein Phoenix bietet u.a. Anti-Rassismus- und Empowerment-Trainings und berät Opfer rassistischer Gewalt. www.phoenix-ev.org

In München und anderen Städten engagiert sich der Verband der binationalen Familien und Partnerschaften gegen Rassismus. Der Verein, der zu den Gründungsmitgliedern der Interkulturellen Stiftung Kolibri gehört, bietet Beratung und Seminare.

Er ist zu erreichen in der Goethestr. 53, 80336 München, Mail: muenchen(at)verband-binationaler.de, Tel. 089/531414, Website des Bundesverbandes heißt: http://www.verband-binationaler.de/

Die Amadeu Antonio Stiftung wendet sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio wurde 1990 von rechten Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde zu Tode geprügelt, weil er schwarz war. http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/

„Gib Rassismus keine Chance!“ wurde gegründet, um das Thema Anti-Rassismus in die Öffentlichkeit zu tragen und Aufklärungsarbeit zu leisten. www.gib-rassismus-keine-chance.org
oder hier; https://www.facebook.com/gibrassismuskeinechance?ref=ts&fref=ts

Die Social-Media-Initiative gegen Alltagsrassismus #AuchichbinDeutschland wurde 2014 von den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Deutschlandstiftung Integration initiiert, koordiniert und umgesetzt. https://www.facebook.com/AuchIchBinDeutschland

> Flyer mit Hinweisen, was man selbst gegen Alltagsrassismus tun kann:

http://aric-nrw.de/files/pdf/Durchblick.pdf

 

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