Kolibri - interkulturelle Stiftung

Drucken

Die gefährlichste Frau Europas“?

Friederike Hausmann liest aus ihrer Biografie
der Maria Carolina von Neapel-Sizilien:

„Herrscherin im Paradies der Teufel“

12. März 2015, 19:30 Uhr
Literatur Moths
Rumfordstraße 48 (S-Bahn Isartor)

Einführung: Dr. Maria Vicinanza
Musik: Adriano Coppola und Luciana Gandolfi
Eintritt: 10/8 Euro
bitte anmelden: T. 2916 1326, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Der Erlös des Abends geht an Kolibri-Interkulturelle Stiftung (www.kolibri-stiftung.de).
In der Stiftung arbeiten zur Zeit etwa 40 Bürgerinnen und Bürger ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis,
um Müncher Flüchtlings- und Migrantenprojekte zu unterstützen.

 

Für Napoleon war sie die „gefährlichste Frau Europas“: Maria Carolina, Tochter der Kaiserin Maria Theresia. 1768 kam sie im Alter von 16 Jahren als gebildete, kultivierte Braut des kaum älteren Königs Ferdinand IV. von Neapel-Sizilien an den Hof in Neapel und in ein Land, das bei den Zeitgenossen für seine Kunst- und Naturschönheiten berühmt war. Wegen der großen Armut der Bevölkerung und der wilden, unappetitlichen Feste des Adels galt Neapel als „von Teufeln bewohntes Paradies“. Maria Carolina bewältigt den Kulturschock. Sie wird nicht nur tonangebend in Sachen Mode, sondern profiliert sich gegen den Willen ihres Mannes als Reformerin, die mit den Ideen der Aufklärung sympathisiert. Doch dann kommt die Französische Revolution, die der Königin viel zu weit geht. Aus der Reformerin wird eine Reaktionärin, die starrsinnig ihre Privilegien verteidigt. Dass ihre jüngere Schwester Marie Antoinette 1793 enthauptet wird, schürt ihren Hass auf die neue Zeit und das Regime in Frankreich. Sie sinnt auf Rache, insbesondere gegen den Emporkömmling und Erzfeind Napoleon. Nachdem dieser sie 1799 aus ihrem Reich vertreibt, kämpft die Habsburgerin unermüdlich um ihre Rückkehr nach Neapel. Im Wiener Exil stirbt sie - geschwächt von 17 Geburten und jahrelanger Drogensucht - am 8. September 1814 während des Wiener Kongresses, der die alte Ordnung und damit ihr Königreich wieder herstellen wird.

Friederike Hausmann, die sich seit vielen Jahren mit der Geschichte Italiens beschäftigt, porträtiert lebendig diese beeindruckende historische Figur.