Kolibri - interkulturelle Stiftung

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Benefiz-Vortrag von Stephan Lessenich in der LMU
für Kolibri und ein Fall für Refugio

Am 3. Juli gab Prof. Stephan Lessenich - bekannt durch seine Kritik, dass wir in Deutschland auf Kosten anderer leben, - einen aufrüttelnden Vortrag, dessen Einnahmen und Spenden der Stiftung Kolibri zugute kommen. pfeil, weiterVortrag Stephan Lessenich in der LMU

Anni Kammerlander, RefugioAnni Kammerlander von Refugio schilderte dem Forum einen dramatischen Fall von Geflüchteten, die eine Traumatherapie bei Refugio erhalten konnten. Die Ein-
nahmen dieser Kolibri-Benefizveranstaltung kommen diesen und anderen Behand-
lungsfällen zugute, wie auch der Folgende:
   Hamid (23, Name geändert) aus Afghanistan kam im September 2012 als 18jähriger nach Deutschland. Weil er unter einem erheblichen Leidensdruck stand, der sein Leben unerträglich machte, suchte er Hilfe bei Refugio, dem Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer. Aufgrund seiner akuten Suizidgefährdung erhielt er dort sofort eine Therapie.

In den Sitzungen trat Erschütterndes zutage. Er lebte mit Eltern und zwei Brüdern auf dem Land, und als er zwölf Jahre alt war, wurde seine Mutter beim Holzsammeln durch eine russische Mine getötet.

Sein Vater und der ältere Bruder arbeiteten im Security-Team des amerikanischen Militärs. Bei einem Überfall auf einen Transport, an dem sie beteiligt waren, wurden der Vater und ein Cousin von den Taliban erschossen.

Hamid zog mit seinem jüngeren Bruder nach Kabul, um dort auch für die Security zu arbeiten. Auch sie wurden während eines Transports von den Taliban überfallen. Bei einem längeren Kampf kamen Viele ums Leben, darunter auch sein Bruder. Er selber überlebte zwar, wurde aber verletzt.

Nach seinem Weggang von Kabul in eine andere Stadt erlebte er erneut Überfälle bei seiner Arbeit und bei Straßensperren. Auch aufgrund seiner früheren Tätigkeit bei den Amerikanern wurde er von den Taliban verfolgt.

Schließlich beschlossen er und sein jüngerer Bruder zu fliehen. Etwas Geld aus dem Nachlass des Vaters ermöglichte dies. Der Weg führte über Pakistan, Iran und die Türkei nach Griechenland. Manchmal konnten sie einen Bus nehmen, ansonsten litten sie unter langen beschwerlichen Fußmärschen. Oft gab es nichts zu essen.

In Griechenland wurde sein Bruder mehrere Monate als Geisel festgehalten, weil die Schlepper mehr Geld wollten. Sie konnten ihnen entkommen und begaben sich auf den Weg nach Deutschland. Auf Lastwagen - versteckt in Kisten.

In einer Aufnahmeeinrichtung in Oberbayern besuchte er die Schule und fand Arbeit. Sein Asylantrag wurde 2014 abgelehnt, auch nach einer Klage bei Gericht. Danach wurde ihm die Arbeitserlaubnis entzogen. Ein Folgeantrag gibt nun neue Hoffnung.

Eine Ausweisung nach Afghanistan würde die Trennung von Hamids Bruder bedeuten, und die therapeutische Behandlung müsste abgebrochen werden. Dadurch könnte es wieder zu unkontrollierten Angst- und Panikattacken mit erneuter Suizidgefährdung als Folge kommen.

Damit Geflüchtete wie Hamid und sein Bruder, die beide extreme Gewalt erfahren haben, wieder das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit empfinden können, ist jeder von uns gefragt, sie bei uns zu integrieren. Kämpfen wir alle für eine humane Flüchtlingspolitik und für die Menschenrechte. Afghanistan ist nicht sicher, eine Abschiebung in das Land kann Lebensgefahr für sie bedeuten.

Die Therapie für Hamid lässt sich nur aus Spenden finanzieren. Eine Therapiestunde kostet 39 Euro, ein Dolmetscher 30 Euro die Stunde. Die Kosten für 40 Therapiestunden incl. Dolmetscher belaufen sich somit auf 2.760 Euro.

Viele weitere dringend behandlungsbedürftige Geflüchtete stehen auf den Wartelisten. Helfen Sie mit Ihrer Spende an Kolibri. Vielen Dank!
Foto: Eleonore Peters

 

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Walter Kuhn ( „Urbane Transhumanz") enthüllt seine Skulpturengruppe „Zusammenhalten“ vor dem Rathaus in Gräfelfing. Mit Samba-Gruppe „Münchner Ruhestörung“, Büffet vonTraumwerker e. V. und DOEMENS e. V.
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Radio Lora: Migration in München
Mit Philipp Zölls, Historiker, und Mathias Weinzierl, Bayr. Flüchtlingsrat
Moderation: Renate Bürner, Redaktion Heike Bretschneider
58 Minuten, davon ca. 40 Min. Interviews
UKW 92,4, über DAB+ Kanal 11C